4. November 2005: Volker Boch beendet sein Ironman-Debüt in Florida als zweiter seiner Altersklasse!
Der schönste Moment eines Langstrecken-Wettbewerbes ist immer jener auf der so genannten Finish Line. Als Team-Mitglied Volker Boch nach 9:17:14 Stunden in Panama City Beach die Ziellinie bei seinem ersten Ironman-Start überquerte, beherrschte gute Laune sein Gefühl. Als 24. des Ironman Florida kam der 29-Jährige nach 3,8 Kilometer Schwimmen im Golf von Mexiko, 180 km Radfahren durch die Küstenregion rund um Panama City und 42,195 km Laufen im Ziel an. Hawaii-Qualifikation, Rang zwei in der Altersklasse M25-29, achtbester Amateur, zehnter Europäer und ein glänzendes Debüt über diese Distanz. Wölfe-Triathlet Boch hatte allen Grund zur Zufriedenheit. „Ich hatte schon gehofft, dass es so erfolgreich endet, aber beim ersten Ironman darf man sich da nicht zu sicher sein“, erklärte er nach dem Zieleinlauf.
Auf dem Rad ging es gut voran

Glücklich war der 2. Bundesliga-Triathlet, dass sein Freund und Trainingspartner mit Rang drei in 8:41:22 Stunden eines der weltbesten Debüts für einen gerade mal 23-Jährigen gezeigt hatte. „Auch darauf hatte ich etwas gehofft, aber das Markus das so umsetzt, ist ein Hammer.“ Das gemeinsame Training, einige leidensreiche Ausfahrten mit dem Koblenzer Talent, das in Mainz studiert, hatten sich ausgezahlt. Denn besonders auf dem Rad fiel Boch eine 4:49:41 nicht schwer, auch wenn der Kurs mit gut 183 km sogar länger war als üblich für einen Ironman. „Es ging einfach gut voran“, sagte Boch, „bis Kilometer 150 hatte ich gar auf eine tiefe 4:40er Zeit gehofft.“ Doch auf dem welligen und nie einfachen Kurs drehte der Wind auf und blies den Athleten nurmehr heftig von vorne ins Gesicht. „Die letzten Kilometer waren einfach nur eklig“, beschrieb Boch, dessen Tacho statt 40 km/h plötzlich nur noch 27 bis 30 km/h anzeigte. „Da purzeln die Minuten nur so dahin, und vor allem tut jede Umdrehung dann richtig weh.“
Beim Schwimmen den weiteren Weg gewählt
Auf den letzten Kilometern entlang der Küstenstraße büßte Boch denn auch die kleine Hoffnung ein, noch in die Nähe der 9-Stunden-Marke zu kommen, ein. Allerdings hatte er nach dem Schwimmen im welligen Meer (1:04:03) dieses Traumziel weit aus den Augen verloren. „Beim Schwimmen habe ich absichtlich einen weiteren Weg auf dem Zwei-Runden-Kurs gewählt, weil es bei einem Massenstart vom Strand aus mit 2100 Teilnehmern doch ziemlich schnell ziemlich eng und ruppig wird.“ Auf dem Rad fuhr Boch dann von Position 291 mit einer der Top-Zeiten auf Platz 38 vor. „Ich bin vor allem froh, dass meine Radzeit auf ehrliche Weise zu Stande kam, denn einige haben sich doch recht offensichtlich dem Windschattenverbot widersetzt.“ Das Einzige, was beim Radeln nicht für die beste Laune sorgte neben den sich immer wieder bildenden Pulks, waren fast leere Gelpackungen. Aufgrund einer in den USA geltenden Regel, dass keine Verpackungen, Trinkfalschen, etc. außerhalb der speziellen Verpflegungsstellen entsorgt werden dürfen, stopfte sich das Team-Mitglied die vermeintlich leeren Tütchen stets unter den Bund der Radhose. „Aber so ganz leer sind die Dinger dann doch nie“, erklärte Boch grinsend, „und nach einer Minute siehst du, wie dir der Brei am Bein runter in die Kniekehle läuft und einen Effekt wie Uhu erzielt.“
Zweiter Halbmarathon schneller als der erste
Gerade die abschließenden Radkilometer kosteten den Ausdauerathleten richtig Kraft, sodass Boch zu Beginn des Marathons bei rund 30 Grad Außentemperatur einige Probleme hatte. Zwar empfand er die muskuläre Umstellung vom Rad aufs Laufen als nicht sehr schwierig, aber sein Magen rebellierte. Der 29-Jährige fand deshalb keinen Rhythmus, musste an einer Verpflegung kurz anhalten, saß nach einem Drittel des Marathons dann ausgiebig auf der Toilette. „Da verändern sich die Wunschvorstellungen dann relativ schnell“, sagte er. Dass er in der Lage sein könnte, im Laufen noch einmal zuzulegen, musste er schnell wieder vergessen. „Erst auf der zweiten Hälfte war ich richtig im Marathon drin.“ Entsprechend lief er den zweiten Halbmarathon schneller als den ersten, die letzten Meilen waren mit Abstand die flottesten.
Im Marathon lief Boch in 3:17:59 vom 38. auf den 24. Gesamtrang vor, weil er auf dem zweiten Streckenabschnitt etwa 20 Plätze gutmachte. „Auch wenn ich gedacht hatte, dass mir das Laufen aufgrund meiner Trainingsergebnisse sogar noch besser gelingen könnte, bin ich absolut zufrieden. Im Vorfeld rechnet sich eine gute Zeit immer leicht zusammen, aber das in neun Stunden Renndauer dann auch wirklich hinzubekommen, das ist dann doch etwas völlig anderes.“
Boch fährt nach Hawaii!
Am 14. Oktober 2006 startet Boch zur Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii, weil er sich als Zweiter der M25-29 einen der vier Altersklassen-Startplätze sicherte. Wäre er zwei Minuten langsamer gewesen nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen wäre Hawaii vorbei gewesen, denn in der hochklassig besetzten Altersklasse waren da die Top-4 bereits im Ziel.
Volker Boch
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15. Oktober 2005: Ironman Hawaii - trotz Schmerzen ein "Wahnsinnserlebnis"
Christian Wolf war begeistert. „Ein Wahnsinnserlebnis“, schwärmte das Mitglied von Wolfs Running Team nach seiner Rückkehr vom Ironman Hawaii. Auf Lanzarote hatte sich der Gonsenheimer im Mai für die Weltmeisterschaften im Ironman-Triathlon qualifiziert. Mit einem großangelegten Mammut-Training ging der 42-Jährige dann in der Vorbereitung auf Nummer sicher. „Ich bin zehn 30er gelaufen, habe viel auf dem Rad und im Wasser gemacht“, so Wolf. Als einer von drei Mainzern ging er Mitte Oktober bestens vorbereitet an den Start des legendären Rennens über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen.
„Alleine die Vorbereitungswoche vor dem Ironman war interessant“, sagt Wolf. In den ersten Oktobertagen verwandelt sich die Pazifik-Insel jedes Jahr in eine große Show- und Flaniermeile für die besten Triathleten der Welt. Beim morgendlichen Joggen begegnete Wolf den beiden ganz großen Namen des Hawaii-Ironman, den jeweils sechs Mal siegreichen Dave Scott und Mark Allen. Im Hotel residierte der Gonsenheimer unter anderem mit dem aktuellen Champion Normann Stadler. „Nur das amerikanische Essen war wortwörtlich Geschmackssache“, erklärt Wolf, der beim Gang in den Supermarkt vor lauter nicht in Frage kommenden Lebensmitteln kaum sein Frühstück zusammenkaufen konnte.
Wellen und Wind milde gestimmt
Im Rennen indes spielten solche Nebengeschichten keine Rolle. „Das Wasser war auf Badewannen-
Temperatur“, erzählt der erfahrene Langstreckler, der jedoch das Meeresschwimmen bei 27 Grad Wassertemperatur als neue Erfahrung erlebte. Zudem schlugen die ortsüblichen Wellen zwar nicht so hoch wie in vielen anderen Hawaii-Jahren, aber hoch genug, um im Feld von 1816 Athleten ordentlich ins Schaukeln zu geraten. Doch in 1:15:11 Stunden schlug sich der Wölfe-Triathlet gut, zumal die Schwimmstrecke länger war als 3,8 km. Auf dem Rad erlebte Wolf dann die diesjährige Milde des Rennens, denn die gefürchteten Mumuku-Winde blieben aus, erstmals seit Jahren. Nur ein laues Lüftchen wehte den Athleten entgegen. „Ich hätte viel schneller fahren können“, sagt Wolf im Nachhinein zu seiner sehr guten Zeit von 5:21:58 Stunden. An der Spitze des Feldes fuhr der Däne Tobjorn Sindballe mit 4:21 einen neuen Radrekord, wobei er beim Laufen dafür büßte. „Genau das wollte ich nicht“, sagt Wolf, der sich auf dem Velo zurückhielt, „ich wollte voll aufs Laufen setzen.“
Pech kurz vor dem Radwechsel
Christian Wolf hatte seinen Schwerpunkt im Training aufs Laufen gelegt, und dies sollte sich im Marathon denn eigentlich auch auszahlen. Aber eine Unaufmerksamkeit kurz vor dem Radwechsel ließ ihn zu spät mit dem Absteigen beginnen, er machte eine ruckartige Bewegung, verdrehte das rechte Bein und erlitt einen massiven Oberschenkelkrampf. „Ich konnte überhaupt nichts machen“, beschreibt Wolf, dessen rechtes Bein sich nicht mehr bewegen ließ. Es dauerte lange, bis sich der Krampf löste und Wolf überhaupt auf die Laufstrecke starten konnte. „Aber mit den Problemen war an normales Laufen nicht zu denken.“ Wenn der Gonsenheimer das Gefühl hatte, es mit einem flotten Schritt probieren zu können, ging das Bein wieder zu. „Also bin ich sehr viel gegangen“, sagt Wolf, der etwa ein Drittel der Distanz im flotten Walkingtempo absolvierte. Wenn er denn laufen konnte, war er schnell unterwegs.
Trotz Schmerzen - ein "Wahnsinnserlebnis"
„Einen 3:30er Marathon hätte ich mir schon zugetraut“, erklärt er heute. So allerdings wurde eine 4:22:03 draus. Und Wolf musste die Hitze von 37 Grad noch etwas länger ertragen. „Vor allem im Energy Lab war es höllisch“, sagt er. Die Schlüsselstelle des Rennens, eine Forschungsstation in der Lavawüste, wartet bei Kilometer 26 auf die Akteure, dort weht kein Lüftchen, die Hitze steht über dem Asphalt, und es geht bergan. „Das ist wirklich brutal, du siehst sogar einen leichten Ölfilm auf dem Asphalt vor Hitze.“ Wolf meisterte auch diesen schweren Streckenteil und erreichte in guten 11:08:36 Stunden das Ziel in Kailua Kona, wo ihn seine Familie bereits jubelnd erwartete. Wolf wurde 970. (164. der Altersklasse M40) in einem Rennen, das als eines der schnellsten der Hawaii-Geschichte zu Ende gehen sollte, mit dem Sieg des Münchners Faris Al-Sultan. Im Sekundentakt liefen die Athleten ins Ziel, und jeder Teilnehmer wurde im Ziel gefeiert. „Das Erlebnis ist einfach toll“, sagt Wolf. Seine Schmerzen von unterwegs waren rasch vergessen.
Volker Boch
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12. bis 29. September 2005: 1.200km durch Deutschland
Quer durch Deutschland, 1.200km in 17 Etappen, ohne Ruhetag - der Deutschlandlauf ist der härteste Lauf Europas. Am 12. September ist auch Team-Mitglied Ronald Nickel auf Rügen am "Kap Arkona" gemeinsam mit 67 Teilnehmer aus neun Nationen gestartet. Sein Bericht:
"Die meisten Starter haben bereits Erfahrung in Etappenläufen (Isarrun, Spreelauf oder Kontinentalläufe wie Transeurope, Transamerika, Transaustralia).
Jeder Teilnehmer weiß genau, wie man so einen Lauf angeht - nämlich langsam! Doch die Spannung ist wie auch das Adrenalin sehr hoch, daher wird die Etappe von Vielen dann doch zu schnell angegangen.
Etwas Kurioses hat die erste Etappe noch, an einer Stelle müssen wir mit einer Fähre übersetzen, was viele zu einem unglaublichen Zwischenspurt veranlasst, um nur nicht auf die nächste warten zu müssen. Das Fernsehen ist in den ersten Tagen ständig dabei.
Bereits am ersten Tag kommt es zum ersten Ausschluss wegen Zeitüberschreitung. Der älteste Teilnehmer kann das Ziel nicht rechtzeitig erreichen. Die Ausfälle häufen sich bei den nächsten Etappen. Die Gründe: Zeitüberschreitung, Verletzungen. 37 Teilnehmer sollten bis Lörrach übrigbleiben.
Die dritte Etappe mit einer Länge über 93km führt über flaches Land bei heftigen Gegenwind. Die riesigen Äcker wurden gerade umgepflügt, die Läufer müssen kilometerweit durch Staubwolken, die reinsten Sandstürme.
Tagesrhythmus von 4:30 bis 21 Uhr ähnelt sich
Der Tagesrhythmus ähnelt sich, 4:30 raus aus dem Schlafsack, waschen, Sachen packen, frühstücken (soviel wie geht), 6 Uhr Start. Die ersten zwölf Etappen sind fast alles lange Etappen, also Ankunft 16 - 18 Uhr, schnell das Gepäck finden, den Schlafsack in der Turnhalle ausbreiten, kurz die Beine hoch, duschen, essen (soviel wie geht). Um 21 Uhr ist Bettruhe angesagt.
So ein Lauf wird im Kopf entschieden, nach einer Woche hat sich bei mir der ShintSplint - eine schmerzhafte Entzündung der Knochenhaut im Schienbein - eingestellt, wenn der Lauf jetzt noch an einer öden Bundesstraße langführt, stellt sich natürlich schon die Frage nach dem "Warum". An einem der nächsten Verpflegungspunkte (alle 10km) könnte man doch sagen "Schluss, ich höre auf". Am Verpflegungspunkt angekommen, geht es dann doch wieder weiter.
Ankunft nach 157 Stunden und 24 Minuten
Es gibt auch nicht nur öde Bundestraßen. Die Strecke führt auch auf Land- und Kreisstraßen, schöne kleine Ortschaften mit netten und interessierten Bewohnern. Oft wartet auch ein Lauftref, um die Deutschlandläufer anzufeuern. In Thüringen und im Schwarzwald gibt es auch schöne Waldwege. In den neuen Bundesländern sorgen Kopfsteinpflaster, Traktoren- und Plattenwege für Abwechslung.
Zur letzten Etappe geht es dann über den Feldberg nach Lörrach, die Schlussetappe ist landschaftlich mit Abstand die schönste. Am 29. September in Lörrach werden die Läufer auf dem Marktplatz herzlich empfangen. Nach 1.200km sehen viele der Ausdauerathleten tatsächlich so aus, als wären sie gerade erst losgelaufen."
Ronald Nickel konnte die 1.200km in 157:24:35 Stunden zurückgelegen, Platz 17 der Gesamtwertung.
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28. August: Volker Boch Zweiter beim Mainzer City Triathlon
Ein gutes Wochenende für Wolfs Running Team: Während Mario Müller beim Hunsrück-Marathon auf den zweiten Rang lief und dabei in sehr guten 2:38:26 Stunden bereits den zweiten sehr guten Marathon nach dem Gutenberg-Marathon in Mainz ablieferte, überzeugte auch Wölfe-Triathlet Volker Boch. Nach einigen guten Ergebnissen in der 2. Triathlon-Bundesliga, in der Boch schließlich mit dem VfR Simmern den zweiten Abschlussrang hinter dem DSW Darmstadt belegte und nur knapp die Relegation zur 1. Bundesliga verfehlte, wurde er Zweiter des Mainzer City-Triathlons.
Sein Mannschaftskollege Christoph Streiß hatte sich bereits beim 800 Meter langen Schwimmen im Rhein zu weit vom Rest des Feldes abgesetzt, als dass er auf 21 km Rad durch die Innenstadt und 5 km Laufen am Rheinufer gefährdet werden konnte. Streiß gewann das enorm schnelle Rennen und die in diesem ausgetragene Rheinland-Pfalz-Meisterschaft in sehr guten 55:59 Minuten vor Volker Boch, der 56:42 benötigte, und dem Kaiserslauterner Johannes Scheubert, der nach 57:11 im Ziel war. Ein herausragendes Rennen zeigte auch Ant Bilsev, der den Wettbewerb um die Stadtmeisterschaft in 58:46 gewann. Der Mainzer City-Triathlon überzeugte vor allem dank insgesamt 880 Anmeldungen als eine der größten Triathlon-Veranstaltungen dieser Art.
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USC Mainz Laufgruppe Top bei den Saisonhöhepunkten!
Die von Carlos Verez betreute und von Wolfs Running World unterstützte Laufgruppe des USC Mainz konnte sich bei den Saisonhöhepunkten in den Leichtathletik-Stadien sehr erfolgreich in Szene setzen.
Andrea Luy in der 4 x 400m Staffel
Konnte Andrea Luy leider über die 800m bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid nicht im Einzel starten, so kam dennoch ein ordentlicher 9. Platz mit der Vereinstaffel des USC über die 4 x 400m heraus. Verletzungen hatten den Plänen der amtierenden Rheinland-Pfalz Meisterin über die 400m auf den 800m leider frühzeitig ein Ende gemacht.
Kerstin Hoffmann holt Medaillen bei Deutschen Senioren Meisterschaften
Kerstin Hoffmann erlebt derzeit einen zweiten Frühling! Dies bekamen ihre Gegnerinnen besonders bei den Deutschen Senioren Mst. in Schweinfurt zu spüren. Nach dem schon guten 3. Platz über die 5.000m in 17:39,75Min. am Samstag, den 09.07.2005, folgte ein noch besserer 2. Platz über die 1500m in 4:44,93 Min. am Tag drauf. Dabei musste sie sich nur knapp Daniel Struckmeyer aus Regensburg geschlagen geben, die schon seit vielen Jahren eine der besten Deutschen Mittelstrecklerinnen ist. Kerstin war damit die erfolgreichste USClerin bei den Deutschen Senioren Meisterschaften dieses Jahr. Ihre Saisonbestzeit konnte Kerstin über 1500m am 20.07. bei ihrem Sieg in Bingen nochmal verbessern. Sie lief beachtliche 4:37,85 Min.!
Alexander Schessler Süddeutscher Junioren Meister mit der 4 x 400m Staffel
Bei den Süddeutschen Junioren Mst. in Rottweil, 23-24.07., konnten wir uns über den ersten Titel für Alexander Schessler freuen. Der schnelle Wolf Praktikant lief an der dritten Stelle der USC 4 x 400m Staffel ein super Rennen, und trug so zum Erfolg der Staffel bei.
Die Staffel hat sich für die am 15.08. in Rostock stattfindenden Deutschen Junioren Meisterschaften qualifiziert, und Alex hat sich durch seine starke Leistung endgültig fürden Einsatz bei der DM empfohlen.
Sein Bruder lief ein gutes Rennen, musste aber im Vorlauf über die 800m in 2:00,38 die Segel streichen. Bei seiner ersten Teilnahme an einer überregionalen Veranstaltung schlug er sich achtsam, und war am Ende 15. der gestarteten 21 TeilnehmerÜber 400m Hürden rundete Johanna Wollstadt mit ihrem 11. Platz das gute Gesamtergebnis ab.
Carlos Verez
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Julia Rittner holt Hessenmeisterschaft 2005 im Triathlon
Julia Rittner vom LC Olympia Wiesbaden hat am Sonntag, den 26. Juni die Hessenmeisterschaft gewonnen. Damit setzte die von Wolf unterstützte 24-Jährige nach dem dritten Rang bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften einen weiteren Glanzpunkt. Und das, obwohl sie wegen Fahrens im Windschatten eine einminütige Zeitstrafe verbüßen musste. So ging Rittner als Vierte auf die Laufstrecke, rollte aber das Feld von hinten auf. "Der Lauf war sehr gut. Es ist angenehmer als verfolgt zu werden", sagte die überglückliche Siegerin.
19. Juni: Volker Boch mit sehr gutem Ergebnis beim Bonn-Triathlon
Die Saison läuft sehr ordentlich für Wölfe-Triathlet Volker Boch. In diesem Jahr stärker auf den Dreikampf setzend, gelangen dem Running-Team-Mitglied bereits einige gute Rennen. Platz acht im topbesetzten Bonn-Triathlon über 4 km Schwimmen, 60 km Radfahren und 15 km Laufen waren indes von neuer Qualität. Der schwächere Schwimmer war mit Respektabstand auf die besten Akteure aus dem Wasser gekommen, gab dann aber auf dem Rad im Siebengebirge gegen Wind und Konkurrenz richtig Gas. Mit der sechstbesten Radzeit erreichte er den zweiten Wechsel als einzelner Verfolger der Topgruppe um Vorjahressieger und Gewinner der Frankfurt-Ironman, Stefan Holzner.
Auf den letzten zehn Radkilometern hatte Boch mit einer harten Attacke eine größere Gruppe um den Hawaii-Vierten 2004, Alexander Taubert, distanziert. „Ich wollte nicht mit sechs, sieben Mann loslaufen und dann überrannt werden“, erklärte Boch, warum er im Schlussteil eine Minute herausfuhr. Bei Hitze und starkem Pollenflug blockierte dann ausgerechnet beim Laufen etwas die Atmung, und das anfangs hohe Tempo musste Boch früh reduzieren. Bei Streckenhälfte lief erst der Belgier Bruno Clerbout vorbei, dann Taubert. „Ich habe mich nicht getraut mitzugehen“, sagte Boch hinterher.
Weil er Probleme spürte, wollte er lieber sicher Richtung Ziel laufen. Als Achter des renommierten Rennens gelang dies jedoch hinter Sieger Nils Goerke, Lanzarote-Sieger Olaf Sabatschus, dem in Mainz studierenden Trainingskollegen Markus Fachbach, Stefan Hachul (Riederau), Holzner, Taubert und Clerbout sehr gut.
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22. Mai 2005 : Ein ziemlich perfektes Wochenende für Wolfs Triathleten
Es war ein ziemlich perfektes Wochenende für die Triathlon-Abteilung von Wolfs Running Team: Während Julia Rittner und Volker Boch beim Stadttriathlon in Kaiserslautern einen guten Saisoneinstand gaben, gestaltete vor allem Christian Wolf seinen Ironman Lanzarote besonders erfolgreich. Als 65. der Gesamtwertung und Achter der Altersklasse M 40-44 sicherte sich der Gonsenheimer Langstreckler das Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Wolf war hinterher entsprechend glücklich: „Es hat alles prima funktioniert“, erklärte der erfahrene Langtriathlet.
Christian Wolf hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder an der Qualifikation für das Rennen des Jahres auf Hawaii probiert, aber es in den jeweils hart umkämpften Altersklassen knapp nicht geschafft. Diesmal aber sandte der Routinier schon am Abend nach dem Rennen eine SMS mit der bedeutungsschwangeren Zeile: „Aloha, ich hab die Hawaii-Quali“ nach Mainz. Nach 10:58:13 Stunden ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Wolf schwamm die 3,8 Kilometer 1:01:47 Stunden, saß auf der harten bis heftigen und vor allem bergigen Radrunde von 180 Kilometern 5:54:46 im Sattel und lief den danach folgenden Marathon in 3:53:29 Stunden. „Gerade auf dem Rad lief es sensationell“, freute sich das Teammitglied von Wolfs Running Team. Lediglich ein kleiner Hänger im Marathon, aber ansonsten eine blitzsaubere Leistung, mit der der Athlet vor allem selbst sehr zufrieden war. „Ich bin total begeistert“, sagte Wolf.
Ebenso erfreut von ihrer Leistung durfte die neu ins Team gekommene Julia Rittner in Kaiserslautern gewesen sein. Nach 2:27:17 Stunden lief die 24-jährige Wiesbadenerin als Siegerin ins Ziel. Sie hatte nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 44 km Radfahren und 10 km Laufen zwar nur 20 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte, doch mit Nicole Hirschauer vom VfR Simmern folgte Rittner eine Athletin nach, die beim Ironman in Frankfurt sicher unter die Top-10 kommen will. „Ich bin absolut zufrieden“, sagte Rittner im Ziel. Auch wenn die Zwischenzeiten seitens des Veranstalters nicht ermittelt wurden, rechnete die Studentin nach dem Rennen eine besonders gute Laufzeit von knapp 40 Minuten heraus. Gegen diese Stärke in der dritten Disziplin war für die Konkurrenz nichts auszurichten.
Seine Laufstärke nicht mehr ausspielen konnte Volker Boch, der in Kaiserslautern im gleichen Rennen Vierter bei den Männern wurde. Nach gewohnt mäßigem Schwimmen war der schnellste Athlet bereits auf fast sieben Minuten enteilt, und auf dem noch ungewohnten Zeitfahrrad kam der 28-jährige Boch bei der ersten Benutzung in diesem Jahr nicht gleich zurecht. „Aber es war auch mehr als ein Test gedacht“, sagte der Triathlet des 2. Bundesligisten VfR Simmern. Mit einer der tagesbesten Radzeit kam Boch rasch auf Rang vier vor, doch spürte er durch die ungewohnt flache Sitzposition leichte Probleme im rechten Oberschenkel. „Ich habe beim Laufen dann etwas Vorsicht mit auf die ersten Kilometer genommen.“ Er lief am Ende dennoch eine 34er-Zeit als Abschluss und in 2:12:04 hinter Sieger Jens Deiß (Maxdorf) auf den vierten Rang.
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Two Oceans Marathon in Kapstadt Südafrika: ein spektakulärer Lauf in einem spektakulären Land
Für Mitte März 2005 hatten wir einen Südafrika-Urlaub geplant. Als Ausdauersportler schaut man dann natürlich sofort im Internet nach, ob man nicht auch ein Rennen in diesem Zeitraum mitnehmen kann. Na und siehe da, auf einmal hat sich der Two Oceans Marathon in Kapstadt für mich angeboten. Eigentlich gar kein Marathon, weil er 56 satt 42km hat. Aber egal, die 14km machen den Bock auch nicht fett und werden auch irgendwie zu schaffen sein. Nachdem ich mich genauer über diesen Lauf informiert hatte, gab es kein Zurück mehr. Er gehört einfach auf die Liste eines jeden Marathonis. Also schnell noch, mehr schlecht als recht, die Quali in Frankfurt gelaufen, und dann ab mit der Anmeldung.
Eigentlich sollte der Lauf, der am Ende des Urlaubs stand, diesen nicht bestimmen. Schließlich wollten wir ja hauptsächlich etwas von Südafrika sehen. Außerdem möchte ich im Mai in Mannheim endlich wieder ein Sub3 werden. Also hieß es, die Ansprüche für den Two Oceans etwas zurückstellen. Was aber nicht heißen sollte, dass man den Lauf aufgrund der Länge und des heftigen Streckenprofils nicht mit einer gewissen Portion Respekt angehen sollte. Und als ich zwei Tage vor dem Rennen die zwei Berge, die es zu überqueren galt, mal mit dem Auto abgefahren hatte, hat sich mein Magen schon mehr als nur zusammengezogen. Natürlich nicht nur, weil dort Linksverkehr herrscht. Dieses Gefühl blieb mir dann auch bis zum Start erhalten.
Ein Marathon in der "Höhle des Löwen"
Am Tag vor dem Rennen nochmal auf die Promenade, um 30min locker laufen zu gehen. Ich war längst nicht der einzige, der diese Idee hatte. Alle waren sie da. Auch die ganzen afrikanischen Gazellen. Während ich mich mit kurzer Hose und Top über die Sonne freute, waren diese dick in ihr Winteroutfit eingemümmelt. Das Laufen sieht bei denen dennoch so aus, als würden die Gesetze der Schwerkraft bei Ihnen nicht gelten. Irgendwie berühren die den Boden kaum. Ich könnte mir das stundenlang anschauen. Aber je länger ich am Staunen war, desto bewusster wurde mir, dass ich mitten in der „Höhle des Löwen“ war. Mitten unter den Afrikanern, den Königen des Laufens.
Später dann endlich zur Anmeldung um die Unterlagen und die Nummer zu holen. Eigentlich wie bei jeder anderen Anmeldung auch. Halt auch hier jede Menge Afrikaner. Auch hier sehen alle ziemlich schnell aus. Bin ich hier überhaupt richtig? Ah ja, da hinten, bei den Schnäppchen, steht ein Trupp Landsleute. Man kann sie deutlich erkennen. Präsentieren sie doch stolz ihre Shirts und Kappen vergangener Heldentaten. Kommt man ihnen näher, wähnt man sich auf einem Medizinerkongress. Denn die Gesprächsfetzen, die man erhascht, drehen sich fast ausschließlich um Verletzungen. Also schnell weg hier.
Verschiedene Medaillenränge sorgen für die richtige Motivation
Ostersamstag dann das große Rennen. Etwa 8.000 Starter waren gemeldet. Ungefähr die gleiche Zahl noch mal für den Halbmarathon. Dieser ging „nur“ über einen der beiden Berge. Wurde auch 30min später gestartet. Also kein Durcheinander wie bei anderen Veranstaltungen. Zwei Rennen versetzt und kein gemeinsamer Wischiwaschistart. So muss man sich eben einige Zeit vorher festlegen, ob Halb oder Ganz. Warum das in anderen Städten nicht genauso geht, bleibt eines der großen Rätsel der Menschheit. Auch gab’s andere Medaillen für den Halben. Und bei beiden Läufen wurden die Medaillenränge in sich selbst auch noch unterschieden. Gold, Silber, Bronze oder Blau konnte man holen. Gefällt mir sehr gut. So kommt es, dass jeder die ihm gebührende Anerkennung erfährt.
Rosinen in meinem Kopf, welche sich um eine Silbermedaille drehten, habe ich gleich verscheucht. Silber wäre eine Marathonzeit von unter 3h. Hochgerechnet auf 56km. Und eben die Berge. Und überhaupt. Aber Bronze sollte doch drin sein. Jetzt nur noch die Frage, was für ein Tempo gehe ich an. Ankommen kann wohl nicht das Ziel sein. Ankommen kann man weder in km noch in Minuten einteilen. Also braucht man einen Richtwert. Meiner sollte bei 4:45 pro km liegen. Als Endzeit habe ich mir 4h40min erdacht. Wären dann exakt 5min/km, da ich ja sowieso etwas einbrechen werde.
Start im Dunkeln um 6 Uhr in der Früh
Um 6 Uhr in der Früh ging’s dann endlich los. Jeder kam wirklich nur in seinen Startblock rein. Gibt’s auch nicht überall. Stockduster war’s noch. Aber nicht kalt. Den Kälteschutz, den es gab, haben nur ein paar wenige Afrikaner angehabt. Mit diesem sind dann wiederum einige wenige von denen nach 25km immer noch gelaufen. Na ja, vielleicht brauchen die Jungs das Rascheln als zusätzliche Motivation. Nach 2min habe mich „freigelaufen“. Jetzt möglichst schnell „mein Tempo“ finden. Ging wunderbar. Die ersten 28km waren vom Streckenverlauf eigentlich weniger spektakulär, außer dass es nach etwa 14km an den ersten der beiden Ozeane ging. Eigentlich ja nur ein Ozean, nämlich der atlantische, den man einmal von der östlichen Seite des Kaps und das andere Mal von der westlichen Seite sehen kann. Fängt doch der indische Ozean einige Kilometer weiter östlich an.
Erstaunlich und erfreulich die Tatsache, dass trotz der unchristlichen Zeit schon Tausende an der Strecke waren. Viele veranstalteten BBQ-Parties in ihren Vorgärten oder hatten Boxen mit lauter Musik aus dem Fenster hängen. Die Verpflegungsstellen waren nebenbei noch Partyzonen mit afrikanischen Tanzgruppen und entsprechender Musik. Alle 2 bis 3km gab es einen dieser Stände. Alles, was es sonst auch bei anderen Veranstaltungen an Getränken gibt, wurde auch hier angeboten. Nur eines gefiel mir in Kapstadt viel viel besser: Wasser und Energiegetränke waren in kleine handliche Plastiksäckchen verschweißt. Weltklasse. Schnappen, kurz aufbeißen und dann das Wasser trinken oder über den Kopf schütten. Warum ist so etwas in Deutschland nicht auch möglich? Am Müll kann’s kaum liegen. Die „Sackets“ machen eher weniger Dreck. Wahrscheinlich scheitert das ganze hierzulande wieder an irgendwelchen Genehmigungen. Oder es werden die blöden zerbrechlichen Plastikbecher ausgegeben, weil’s die halt schon immer gab.
Vom Tempo her, habe ich mich eher unterfordert gefühlt. Hatte somit Zeit und Gelegenheit, mich mit meinen Mistreitern zu unterhalten. Auch konnte ich meine ganz persönlichen Anfeuerungsrufe so ausgiebig genießen. Bin ich doch im Vorfeld des Urlaubs von den Wölfen mit dem Shirt des deutschen Leichtathletikteams ausgestattet worden. Immer wieder gab es „Deutschland-“ oder „Germany-“ Rufe. Einige freuten sich, dass sie endlich mal ein paar Deutschkenntnisse loszuwerden konnten. War ein schönes Gefühl.
Zwei Berge gilt es zu bewältigen - das Feld teilt sich auf
Ab km 29 wurde die ganze Sache auch vom Profil her endlich interessant. Es ging den ersten der beiden Schweineberge hinauf - den Chapman’s Peak. Ein ca. 5km langer Anstieg, der sich allerdings sehr gleichmäßig in weit laufenden Serpentinen hochzieht. Es hieß also von Anfang an, den Rhythmus zu finden, um diesen dann auch zu halten. Jetzt zeigte sich, dass ich meine Kräfte bisher gut eingeteilt hatte. Einen nach dem anderen konnte ich überholen. Einigen erging es gar nicht gut. Im Allgemeinen setzte das erste große Sterben ein. Oben am Peak kam nun auch die Sonne so richtig raus und es wurde heiß. Dann bergab. Nach 34km in den Beinen melden diese sich dann auch erstmals mit einem dezenten Ziehen. Bei km 40 waren wir unten in der Senke. Ich fühlte mich gut. Noch besser, als ich dann bei km 41 meine Fankolonie entdeckte. Kurzer Smalltalk im Vorbeilaufen. Alles bestens. Dann km 42. Wäre ich jetzt beim Marathon in der Stadt mit dem besten Fußballverein der Welt, ja, dann würde ich gerade in die Festhalle einlaufen, bekäme meine Medaille umgehängt und wäre in einer Stunde daheim. Aber mit was für einer Endzeit? 3:23 wären da wirklich nicht zufrieden stellend! Ja, und bei diesem Lauf hier, da bin ich mit einer solchen Zwischenzeit mehr als zufrieden.
Aber ab jetzt gilt’s. Der alles entscheidende zweite Berg: Constancia Neck. Der Anstieg deutlich unangenehmer. Immer steiler zieht sich dieser Berg zu und die Sonne wurde immer stechender. Inzwischen war ich weit entfernt von meinem geplanten 5er Schritt. War mir auch egal. Ich wollte nur nicht beim zweiten großen Sterben dabei sein. Die Schritte werden kleiner. Aber noch kann man das ganze als Laufen durchgehen lassen. Gehen oder gar Stehen gibt’s nicht. Was müsste ich mir dann wohl alles anhören? Bei den vielen Zuschauern und mit diesem Shirt? Und außerdem soo schlecht ging’s mir doch gar nicht. Nach oben hin immer mehr Zuschauer. L´Alpe d´Huez lässt grüßen. Jetzt noch 6km bergab. Dann 500m hoch und danach der Zieleinlauf in der Uni. Bergab mit dem nahenden Finish vor Augen fand ich wieder den 5er Schritt. Aber wie viel hatte ich verloren? Habe nur eine 50 Lap Uhr. Verdammt. Alles weg.
Einer der schönsten Läufe geht dem Ende entgegen
Inzwischen wurde ich leider auch wieder überholt. Haben doch tatsächlich ein paar noch ihre Kräfte besser eingeteilt? Ich hänge mich an einen vorbeiziehenden Australier dran. Geht auch ganz gut so. Aber irgendwann denke ich mir, dass die Australier doch auch ganz nette Menschen sind. Immerhin habe ich in deren Land den schönsten Urlaub meines Lebens verbracht. Also gönne ich diesem Mann den Platz vor mir. So, jetzt noch der Anstieg zum Campus. Hier hört man schon die vielen Zuschauer, die dort stehen. Ich spüre den Anstieg gar nicht mehr. Zieleinlauf auf dem Rugbyfeld. Gegen wen hat eigentlich England das Endspiel der Rugby-WM gewonnen? War das nicht sogar Australien? Was für ein Unsinn mir jetzt so alles durch den Kopf geht. Und außerdem, warum ist dieses verdammte Feld so lang. Wenn die mit ihrem Ei darüber rennen, sieht das Ding immer viel kürzer aus.
In meinem Kopf laufen noch einmal die 56km im Schnelldurchlauf ab. Selten fand ich es so schade, dass ein Lauf vorbei ist. Jeder Meter war es wert. Die ganze Atmosphäre in einer anderen Kultur auf einem anderen Kontinent. Eigentlich bekomme ich noch immer Gänsehaut, wenn ich an den Lauf zurückdenke. Aber um ehrlich zu sein, möchte ich sagen, dass meine Beine das Finish alles andere als schade fanden. Es hat gelangt.
Mit 4:41 Stunden für die 56 Kilometer reicht es für Bronze
Gelangt hat’s dann am Ende zu einer Zeit von 4:41. Um eine Minute mein kleines Ziel verpasst. Ich kann damit leben. Auch mit der sicher erreichten Bronzemedaille und Platz 881 in der Gesamtwertung kann ich (gut) leben. Ernährt habe ich mich übrigens während des Rennens mit vier Powergels. Getrunken habe ich ausschließlich Wasser. Meinen Füße haben die Wölfe vor der Reise einen Nike Zoom Air Elite verpasst. Einen Schuh, wie ich ihn besser noch nicht kennen gelernt habe. Dank dafür!
Noch einmal zum Thema der verschieden Medaillen. Was sich kurz vor Ende der „Bronzefrist“ abgespielt hat, ist unbeschreiblich. Die Kulisse hat getobt und die Läufer sind gerannt wie die Hasen. Haben alles gegeben für ihre bronzene Medaille. Auch wenn ich mich wiederhole, aber der Anreiz verschiedene Medaillenränge zu erreichen wirkt sich positiv und äußerst motivierend aus. Ob’s daran gelegen hat, dass ich so viele Afrikaner geschlagen habe?
Die Gewinner wie so oft aus Afrika und Russland
Am Ende aber hat natürlich doch ein Afrikaner gewonnen. In einer für mich unfassbaren Zeit von 3:05 gewann Marco Mambo aus Zimbabwe. Bei den Damen hatten mal wieder die russischen Zwillinge die Nase vorne: Kamen mit Zeiten von 3:38 an und haben mich somit zum zweiten Male innerhalb eines halben Jahres geschlagen.
Ich hoffe einigen mit diesem Bericht Appetit auf den 2 Oceans gemacht zu haben. Ein sicherlich spektakulärer Lauf in einem spektakulären Land, den ich jederzeit jedem Stadtmarathon der Welt vorziehen würde.
Sollte ich selbst noch einmal an dem Lauf teilnehmen, dann natürlich nur mit der entsprechenden Fitness, eine silberne Medaille mit heimzunehmen. Es wäre sicher ein Wahnsinns Gefühl am zweiten Berg auch die zweite Luft zu bekommen!
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22. Januar 2005: Lindensee- Volkslauf, Rüsselsheim
Bei der 10-Kilometer-Runde durch den Rüsselsheimer und Raunheimer Wald waren anlässlich des dritten der drei Lindensee-Volksläufe der Saison 2004/2005 auch eine Reihe von Mitgliedern aus Wolfs Running Team am Start. Der schnellste Läufer, Lienhard Hersel, meisterte die Distanz in 0:33:18h. Doch Wolfs Team war ebenfalls vorne mit dabei: Kerstin Hoffmann lief 0:37:46h und erreichte damit den 1. Platz W30, 2. Gesamtplatz Damen. Sie unterlag Nicole Best um zwei Sekunden. Wolfgang Kleineidam lief 0:35:55h (4. Platz M35), Christian Wolf 0:36:59h (7. Platz M40) und Wolf-Mitarbeiter Markus Laumann 0:40:33h (3. Platz M20).
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